Kurz gesagt
Die ersten Wehen fühlen sich für viele Frauen wie Regelschmerzen an: ein dumpfes Ziehen im Unterbauch, das oft bis in den Rücken zieht. Geburtswehen kommen dann regelmäßig und dauern laut familienplanung.de etwa eine Minute. Sie werden so kräftig, dass du dich nicht mehr ablenken oder unterhalten kannst. In der Pause danach lässt der Schmerz meist sofort nach. Ob die Wehen den Muttermund öffnen, zeigt erst eine vaginale Untersuchung durch die Hebamme.
Inhalt
Dein Bauch wird fest, und im Rücken zieht es. Wehen, wie fühlt sich das eigentlich an? Diese Frage stellen sich viele Schwangere in den letzten Wochen, besonders beim ersten Kind. Jede Frau erlebt Wehen etwas anders: Manche spüren eher Druck, andere einen sehr starken Schmerz. Es gibt aber typische Muster, an denen du dich orientieren kannst.
Wie fühlen sich die ersten Wehen an?
Viele Frauen beschreiben die ersten Wehen wie Regelschmerzen: ein dumpfes Ziehen im Unterbauch, das oft seitlich bis in den Rücken zieht. Andere spüren vor allem Kreuzschmerzen, einen Druck im Becken oder ein Unwohlsein in Oberschenkeln, Hüften oder Bauch. Während einer Wehe zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammen, danach entspannt sie sich wieder. Zu Beginn kann sich auch der Schleimpfropf lösen, manchmal mit rosa Ausfluss (HealthLinkBC).
Diese frühen Wehen kommen meist unregelmäßig. Sie sind eher kurz und so leicht, dass du dich währenddessen noch unterhalten kannst. Das kanadische Gesundheitsportal HealthLinkBC nennt für den Anfang 15 bis 30 Sekunden pro Wehe, später bis etwa 45 Sekunden. Die Abstände schrumpfen dabei von 10 bis 20 Minuten auf 5 bis 7 Minuten. Manchmal lassen die Wehen nach ein paar Stunden aber auch wieder nach, und es geht erst am nächsten Tag weiter.
Fachleute nennen diese Zeit Latenzphase oder frühe Eröffnungsphase. Die deutsche S3-Leitlinie der AWMF zählt dazu die Zeit vom Geburtsbeginn bis zu einer Muttermundöffnung von 4 bis 6 Zentimetern. Laut Hebammenverband Niedersachsen können die Wehen dabei schon regelmäßig und schmerzhaft sein. Die Phase dauert sehr unterschiedlich lang, von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Die Geburt kann laut Faltblatt auch mit einem Blasensprung beginnen. Typische Zeiten für die einzelnen Abschnitte stehen im Artikel Wie lange dauern Wehen.
Infografik
Wie sich Wehen im Lauf der Geburt anfühlen
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Am Anfang
Wie Regelschmerzen
- dumpfes Ziehen im Unterbauch
- zieht oft bis in den Rücken
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Wenn die Geburt in Gang ist
Geburtswehen
- kommen regelmäßig
- dauern etwa eine Minute
- so kräftig, dass du dich nicht mehr ablenken oder unterhalten kannst
-
Zwischen den Wehen
Die Pause
- der Schmerz lässt meist sofort nach
Wie fühlen sich Geburtswehen an?
Wenn die Geburt in Gang kommt, verändern sich die Wehen. Sie werden kräftiger, kommen regelmäßig und dauern etwa eine Minute oder länger. Frauen beschreiben den Schmerz oft als krampfartig, scharf, pochend oder einschießend, mittig oder seitlich im Unterbauch oder in den Rücken ziehend (familienplanung.de).
Anspannung und Entspannung wechseln sich ab. Typisch für Geburtswehen ist, dass der Schmerz meist sofort vergeht, sobald die Wehe vorbei ist. Die Pause dauert dabei meist etwa doppelt so lang wie die Wehe davor (familienplanung.de).
Den deutlichsten Unterschied zu den ersten Wehen merkst du an dir selbst. Du kannst dich während einer Wehe nicht mehr ablenken oder unterhalten und konzentrierst dich ganz automatisch auf sie. Viele Frauen finden dann in einen Rhythmus aus Wehe und Pause und verlieren dabei das Zeitgefühl.
familienplanung.de nennt 5 bis 15 Minuten für Geburtswehen allgemein und etwa 5 bis 20 Minuten für den Beginn der Eröffnungsphase. Später kommen die Wehen laut gesund.bund.de alle 3 bis 5 Minuten oder noch öfter. Ob die Abstände wirklich kürzer werden, siehst du am leichtesten, wenn du eine Weile mitschreibst. Der kostenlose Online-Wehen-Timer auf unserer Startseite und die App zeigen dir Dauer und Abstand, ohne dass du nachts rechnen musst.
Übergangsphase und Presswehen: das Ende der Geburt
Kurz bevor der Muttermund vollständig offen ist, etwa ab 7 bis 8 Zentimetern, beginnt die Übergangsphase. Die Wehen kommen jetzt alle 2 bis 3 Minuten und dauern 60 bis 90 Sekunden. Vielleicht spürst du Druck auf den Po, zitterst an Armen und Beinen, hast Hitze- oder Kältewallungen, oder dir wird übel. Auch Momente von Panik oder Gereiztheit können dazugehören (HealthLinkBC).
Ist der Muttermund vollständig geöffnet, nimmt der Druck weiter zu. Sobald das Baby auf den Beckenboden drückt, entsteht ein unwillkürlicher, kaum beherrschbarer Pressdrang. Diese Presswehen sind laut familienplanung.de die heftigsten Wehen der Geburt. Der Pressdrang kann sich anfühlen, als müsstest du dringend Stuhlgang haben (NHS). Ganz am Ende geht der Druck auch in der Pause nicht mehr weg, und die Dehnung kann sich wie ein Brennen anfühlen. Mit der Geburt des Babys lässt der Schmerz schnell nach.
In dieser Schlussphase kommen laut familienplanung.de viele Gebärende an ihre Grenzen und zweifeln, ob sie es schaffen. Hebammen, Ärztinnen und Ärzte wissen aus Erfahrung, dass die Geburt dann meist unmittelbar bevorsteht.
Wehen im Rücken: was hinter Rückenwehen steckt
Viele Frauen spüren Wehen auch im Rücken, oft als Ziehen, das vom Unterbauch seitlich nach hinten wandert. Rückenschmerzen können schon zu Beginn der Geburt auftreten (HealthLinkBC) und auch zwischen den Wehen bleiben, während der übrige Wehenschmerz in der Pause meist nachlässt (familienplanung.de). Ob es Wehen sind, erkennst du daran, dass der Schmerz im Rhythmus kommt und geht und mit der Zeit regelmäßiger wird.
Sehr starke Kreuzschmerzen unter der Geburt werden Rückenwehen genannt. Etwa jede vierte Frau berichtet laut Cleveland Clinic von intensiven Schmerzen im unteren Rücken während der Geburt. Sie beginnen meist in der aktiven Phase, bei etwa 6 Zentimetern. Der Schmerz kann sich wie ein Dauerschmerz anfühlen, auch in den Wehenpausen bleiben und bis in die Hüften ausstrahlen.
Als Ursache gilt vor allem die Lage des Babys. Schaut es mit dem Gesicht zum Bauch der Mutter (sogenannte „Sterngucker“), drückt sein Hinterkopf auf die untere Wirbelsäule und das Steißbein. Für das Baby sind Rückenwehen nicht schädlich, für dich können sie aber sehr anstrengend sein.
Was bei Rückenwehen helfen kann:
- Lehn dich im Stehen nach vorn, etwa über eine Sofalehne oder einen stabilen Stuhl. Du kannst auch mit dem Becken auf dem Gymnastikball kreisen oder dich vor den Ball knien und mit den Armen darauf abstützen.
- Lass deine Begleitung mit den Händen, einer Wasserflasche oder Tennisbällen Gegendruck auf den unteren Rücken geben.
- Stell dich unter die warme Dusche und richte den Strahl auf den unteren Rücken. Oder leg eine warme oder kühle Kompresse auf, nie direkt auf die Haut.
- Hattest du unter der Geburt viele Rückenschmerzen, kann der Vierfüßlerstand eine gute Position für die Geburt selbst sein (NHS).
- Reicht das nicht, frag nach weiteren Möglichkeiten wie TENS, Injektionen mit sterilem Wasser, Schmerzmitteln oder einer PDA.
Muttermundwirksame Wehen erkennen
Muttermundwirksam sind Wehen, die den Muttermund öffnen. Gemeint sind die Eröffnungswehen, mit denen die Geburt beginnt. Übungswehen haben keine Wirkung auf den Muttermund. Vorwehen und Senkwehen können den Gebärmutterhals verkürzen, öffnen den Muttermund aber in aller Regel noch nicht (gesund.bund.de). Mehr dazu, wie sich Übungswehen anfühlen, findest du unter Übungswehen.
Von außen gibt es Hinweise, an denen du dich orientieren kannst:
| Merkmal | Übungs- und Vorwehen | Muttermundwirksame Wehen |
|---|---|---|
| Rhythmus | unregelmäßig | regelmäßig, die Abstände werden kürzer |
| Dauer | eher kurz | etwa eine Minute oder länger |
| Stärke | meist leicht, du kannst dich noch unterhalten | kräftig, du musst dich auf die Wehe konzentrieren |
| Im warmen Bad | beruhigen sich eher | werden eher stärker |
| Muttermund | öffnet sich in der Regel noch nicht | öffnet sich |
Den Badetest empfehlen viele Hebammen: Nach ihrer Erfahrung beruhigen sich Vorwehen in einem warmen Bad, während Geburtswehen stärker werden (familienplanung.de).
Sicher sagen lässt sich das von außen trotzdem nicht. Erst mit einer vaginalen Untersuchung kann die Hebamme feststellen, ob sich der Muttermund öffnet und die Geburt tatsächlich begonnen hat (gesund.bund.de). Ein CTG zeichnet die Wehen und die Herztöne deines Babys auf (NHS). Wie weit der Muttermund offen ist, zeigt es nicht. Was du auf dem Wehenschreiber siehst, erklärt der Artikel CTG und Wehen.
Für den Weg in die Klinik nennt familienplanung.de eine Faustregel. Beim ersten Kind ist es so weit, wenn die Wehen etwa eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen. Jede dauert dann ungefähr eine Minute, und du kannst dich währenddessen nicht mehr ablenken. Ab dem zweiten Kind reichen schon regelmäßige Wehen alle zehn Minuten. Mehr dazu steht unter Wann ins Krankenhaus.
Was gegen den Wehenschmerz hilft
Wie stark du Wehen empfindest, hängt auch von der Situation ab. Angst und Anspannung verstärken Schmerzen eher (gesund.bund.de). Gut tut dagegen eine Hebamme oder Vertrauensperson, die ruhig und zugewandt bei dir ist. Laut familienplanung.de wirkt sich das positiv darauf aus, wie du den Schmerz empfindest.
Was du selbst tun kannst:
- Atemübungen, ein warmes Bad und Massage können die Schmerzen in der Latenzphase lindern, so steht es in der deutschen Leitlinie.
- Kurzes Umhergehen, Sitzen auf dem Gymnastikball oder ein Wechsel der Position können Wehen erträglicher machen (gesund.bund.de). Die Leitlinie empfiehlt, dass du dich bewegst und die Haltung einnimmst, die sich für dich am angenehmsten anfühlt.
- Schenk den frühen Wehen so lange wie möglich wenig Beachtung, rät der Hebammenverband Niedersachsen. Wenn du nicht mehr ruhen kannst, versuch dich abzulenken.
Reicht das alles nicht, gibt es im Kreißsaal Schmerzmittel, Lachgas oder eine PDA (gesund.bund.de). Wann du Schmerzlinderung brauchst, entscheidest du selbst, und deine Hebamme berät dich dabei.
Sofort anrufen, egal wie die Wehen gerade sind
Bei diesen Zeichen wartest du auf kein Wehenmuster und rufst sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, auch nachts. Die Liste folgt dem britischen Gesundheitsdienst NHS und der US-Fachgesellschaft ACOG.
- Die Fruchtblase ist gesprungen, auch wenn du noch keine Wehen hast.
- Das Fruchtwasser ist verfärbt oder riecht unangenehm.
- Du blutest aus der Scheide. Etwas Blut im Schleimpfropf kann dazugehören, bei mehr Blut rufst du an.
- Dein Baby bewegt sich weniger als sonst.
- Du hast dauerhafte, starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen.
- Du hast Fieber, also 38 °C oder mehr.
- Du bist noch keine 37 Wochen schwanger (vor 37+0) und glaubst, dass die Geburt beginnt.
- Eine Wehe dauert länger als zwei Minuten, oder du hast sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten.
- Du bist unsicher oder machst dir Sorgen. Auch dann darfst du jederzeit anrufen.
Wähl den Notruf 112, wenn du einen starken Pressdrang hast und glaubst, dass dein Baby jetzt kommt.
Quellen dieser Liste: NHS: Signs that labour has begun (2023); NHS: Pregnancy symptoms you need to get help for; ACOG: How to tell when labor begins
Häufige Fragen
Wo tut es weh, wenn man Wehen hat?
Die meisten Frauen spüren Wehen im Unterbauch, mittig oder seitlich, oft mit einem Ziehen bis in den Rücken. Manche merken sie vor allem im Kreuz, als Druck im Becken oder in Oberschenkeln und Hüften. Rückenschmerzen können auch zwischen den Wehen bleiben, während der übrige Wehenschmerz in der Pause meist nachlässt.
Wie fühlen sich Wehen am Anfang an?
Viele Frauen vergleichen die ersten Wehen mit Regelschmerzen: ein dumpfes Ziehen im Unterbauch, das seitlich in den Rücken ziehen kann. Sie kommen meist unregelmäßig, sind eher kurz und so leicht, dass du dich währenddessen noch unterhalten kannst. Solche Wehen können einige Stunden anhalten und dann wieder nachlassen.
Hat man bei Wehen das Gefühl, auf die Toilette zu müssen?
Das kann passieren. Zu Beginn der Geburt haben manche Frauen Durchfall. Gegen Ende kann sich der Pressdrang so anfühlen, als müsstest du dringend Stuhlgang haben.
Welcher Schmerz ist mit Wehen vergleichbar?
Am Anfang vergleichen viele Frauen Wehen mit Regelschmerzen. Später werden sie deutlich kräftiger und laut familienplanung.de oft als krampfartig, scharf, pochend oder einschießend beschrieben. Wie stark Wehen wehtun, ist sehr verschieden: Manche Frauen erleben sie eher als Druck, andere als sehr starken Schmerz.
Wie fühlen sich Rückenwehen an?
Rückenwehen sind sehr starke Kreuzschmerzen unter der Geburt. Laut Cleveland Clinic berichtet etwa jede vierte Frau davon, meist ab der aktiven Phase bei etwa 6 Zentimetern. Der Schmerz kann sich wie ein Dauerschmerz anfühlen, auch in den Wehenpausen bleiben und bis in die Hüften ausstrahlen. Als Ursache gilt vor allem die Lage des Babys.
Quellen
- familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Wie fühlen sich Wehen an? (2023)
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit), geprüft vom Deutschen Hebammenverband: Die Geburt: Was auf Gebärende zukommt (2025)
- Hebammenverband Niedersachsen e.V.: Der Geburtsbeginn. Umgang mit der Latenzphase (Faltblatt, 2022)
- AWMF: S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin, Registernummer 015/083, Langfassung (Stand 22.12.2020, gültig bis 21.12.2025)
- Cleveland Clinic: Back Labor (2024)
- HealthLinkBC (BC Ministry of Health): Baby's Best Chance, Stages of Labour (2024)
- NHS: The stages of labour and birth (2023)
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Im Zweifel ruf bitte immer deine Klinik oder Hebamme an, im Notfall die 112.
