Anzeichen

Senkwehen: ab wann, wie sie sich anfühlen und wie lange noch bis zur Geburt

Kurz gesagt

Senkwehen sind unregelmäßige, kurze und meist verhältnismäßig schmerzlose Wehen, die den Kopf deines Babys tiefer ins Becken schieben. Laut familienplanung.de setzen sie meist gegen Ende der 36. Schwangerschaftswoche ein. Bei den meisten Frauen ist das etwa vier bis fünf Wochen vor der Geburt. Einen verlässlichen Geburtstermin sagen sie aber nicht voraus. Beim zweiten oder weiteren Kind senkt sich das Baby laut NHS Wales manchmal erst, wenn die Geburt schon beginnt.

Inhalt
  1. Was sind Senkwehen?
  2. Ab wann kommen Senkwehen?
  3. Wie fühlen sich Senkwehen an?
  4. Senkwehen erkennen: woran du merkst, dass sich der Bauch gesenkt hat
  5. Senkwehen, Übungswehen oder Geburtswehen?
  6. Wie lange dauert es nach Senkwehen noch bis zur Geburt?
  7. Was dir in dieser Zeit guttut
  8. Wann es Zeit für die Klinik ist

Der Bauch zieht nach unten, im Becken drückt es, und auf einmal bekommst du wieder besser Luft. Wenn du gerade in der 36. oder 37. Woche bist, können das Senkwehen sein. Viele Schwangere fragen sich in diesen Tagen bei jedem Ziehen, ob es noch Senkwehen sind oder schon die Geburt.

Senkwehen schieben den Kopf deines Babys tiefer ins Becken. Laut familienplanung.de kommen sie in unregelmäßigen Abständen, sind kurz und meist verhältnismäßig schmerzlos. Bis zur Geburt vergehen danach oft noch einige Wochen, genau vorhersagen lässt sich der Zeitpunkt aber nicht.

Was sind Senkwehen?

Senkwehen gehören zu den Vorwehen, also zu den Wehen der letzten Wochen und Tage vor der Geburt. Sie bewirken, dass dein Baby tiefer ins Becken sinkt. So beschreibt es familienplanung.de, das Informationsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Laut dem Portal drehen sich in der 33. bis 36. Woche 95 Prozent der Babys mit dem Kopf nach unten. Dadurch rutschen sie tiefer ins Becken.

Senkwehen können den Gebärmutterhals verkürzen, wirken aber in aller Regel noch nicht auf den Muttermund. Das schreibt gesund.bund.de, das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums, in einem vom Deutschen Hebammenverband geprüften Text. Damit unterscheiden sie sich von den Eröffnungswehen, die den Muttermund öffnen und die Geburt einleiten.

Ab wann kommen Senkwehen?

Die Quellen liegen nah beieinander. Laut familienplanung.de setzen Senkwehen meist gegen Ende der 36. Schwangerschaftswoche ein. Die meisten Frauen haben sie ungefähr vier bis fünf Wochen vor der Geburt. gesund.bund.de spricht von den letzten vier Wochen der Schwangerschaft.

Ob es dein erstes Kind ist, macht einen Unterschied. Beim ersten Kind rutscht das Baby meist schon in den Wochen vor der Geburt tiefer. Der walisische Gesundheitsdienst NHS Wales nennt dafür etwa die 37. Woche. Bei einer weiteren Schwangerschaft kann es sein, dass sich das Baby erst mit Beginn der Geburt senkt. Manchmal tritt der Kopf auch erst unter der Geburt ins Becken ein.

Senkwehen in der 33. oder 34. Woche?

Spürst du schon vor dem Ende der 37. Woche regelmäßige oder häufige Wehen, warte bitte nicht ab. Das gilt, egal welchen Namen du ihnen gibst. familienplanung.de nennt dafür konkrete Grenzen. Ein Verdacht auf vorzeitige Wehen besteht demnach, wenn:

  • du mehr als zehn Wehen am Tag hast, die auf den Muttermund wirken,
  • die Wehen vor der 30. Woche im Abstand von weniger als 20 Minuten kommen,
  • die Wehen zwischen der 30. und 37. Woche im Abstand von weniger als 12 Minuten kommen.

Ob eine Wehe auf den Muttermund wirkt, zeigt erst eine Untersuchung. Ruf deshalb in deiner Klinik oder Praxis an, wenn du so häufige Wehen bemerkst. Gelegentliches Hartwerden des Bauches ist dagegen normal, mehr dazu im Artikel über Übungswehen.

Wie fühlen sich Senkwehen an?

familienplanung.de beschreibt Senkwehen als kurz, in unregelmäßigen Abständen und meist verhältnismäßig schmerzlos. Laut gesund.bund.de können sie aber manchmal auch wehtun. Die AOK nennt diese typischen Empfindungen:

  • Der Bauch wird für kurze Zeit hart.
  • Es zieht im unteren Rücken oder im Unterleib.
  • Du spürst Druck nach unten oder Schmerzen am Schambein.

Viele Frauen vergleichen das mit starken Regelschmerzen, schreibt die AOK. Eine feste Zahl, wie oft Senkwehen kommen dürfen, gibt es nicht. Typisch ist der unregelmäßige Verlauf. Eröffnungswehen werden dagegen laut familienplanung.de allmählich länger, und die Pausen dazwischen werden kürzer. Wie sich echte Geburtswehen anfühlen, beschreibt der Artikel Wie fühlen sich Wehen an.

Senkwehen erkennen: woran du merkst, dass sich der Bauch gesenkt hat

Manchmal fällt dir weniger die einzelne Wehe auf als das, was sich danach verändert:

  • Dein Bauch sitzt sichtbar tiefer.
  • Du bekommst wieder besser Luft, und der Druck auf Magen und Herz lässt nach.
  • Dafür drückt das Baby stärker auf die Blase.
  • Im Becken spürst du mehr Druck nach unten.

Manche Frauen spüren das Absinken sehr deutlich und stellen erleichtert fest, dass sie wieder besser atmen können, schreibt familienplanung.de. In diesen Wochen lockert sich außerdem langsam das Gewebe im Becken, damit es sich bei der Geburt leichter weiten kann.

Senkwehen, Übungswehen oder Geburtswehen?

Gerade in den letzten Wochen ist es schwer, die Wehenarten auseinanderzuhalten. So unterscheiden sie sich:

ÜbungswehenSenkwehenGeburtswehen
Wannab etwa der 20. Wochemeist ab Ende der 36. Wochemit Beginn der Geburt
Gefühlharter Bauch, eher schmerzloskurz, meist wenig schmerzhaft, Druck nach untenkräftig, Ziehen in Rücken, Kreuzbein und Unterleib
WirkungMuttermund bleibt zuKopf rutscht tiefer ins BeckenMuttermund öffnet sich
Verlaufbleiben unregelmäßigkommen in unregelmäßigen AbständenPausen kürzer, Wehen länger und kräftiger

Ein Anhaltspunkt aus der Hebammenpraxis ist das warme Bad. Viele Hebammen empfehlen es als Test, schreibt familienplanung.de: Nach ihrer Erfahrung beruhigen sich Vorwehen im warmen Wasser, während Geburtswehen stärker werden. Sicher unterscheiden lassen sich die Wehen damit aber nicht.

Aussagekräftiger ist der Verlauf über eine Stunde. Auch Geburtswehen sind laut gesund.bund.de anfangs unregelmäßig, werden aber mit der Zeit regelmäßig. familienplanung.de nennt 5 bis 15 Minuten für Geburtswehen allgemein und etwa 5 bis 20 Minuten für den Beginn der Eröffnungsphase. Am Anfang dauert eine Wehe laut dem Portal etwa 30 bis 60 Sekunden. Später werden die Wehen länger und die Pausen kürzer. Wie sich das anfühlt, beschreibt der Artikel Wie fühlen sich Wehen an?

Infografik

Übungswehen, Senkwehen, Geburtswehen

  1. ab etwa der 20. Woche

    Übungswehen

    • harter Bauch, eher schmerzlos
    • der Muttermund bleibt zu
    • bleiben unregelmäßig
  2. meist ab Ende der 36. Woche

    Senkwehen

    • kurz, meist wenig schmerzhaft, Druck nach unten
    • der Kopf rutscht tiefer ins Becken
    • kommen in unregelmäßigen Abständen
  3. mit Beginn der Geburt

    Geburtswehen

    • kräftig, Ziehen in Rücken, Kreuzbein und Unterleib
    • der Muttermund öffnet sich
    • Pausen kürzer, Wehen länger und kräftiger
Nach der Tabelle oben. Bei den meisten Frauen setzen Senkwehen etwa vier bis fünf Wochen vor der Geburt ein, einen verlässlichen Termin sagen sie aber nicht voraus.

Wie lange dauert es nach Senkwehen noch bis zur Geburt?

Genau sagen lässt sich das nicht. Laut der US-Fachgesellschaft ACOG kann sich das Baby einige Wochen, aber auch erst wenige Stunden vor Geburtsbeginn senken. Was die Quellen nennen, sind typische Abstände. Laut familienplanung.de haben die meisten Frauen Senkwehen ungefähr vier bis fünf Wochen vor der Geburt.

Bei einer weiteren Schwangerschaft senkt sich das Baby laut NHS Wales manchmal erst, wenn die Geburt beginnt. Dann liegen keine Wochen dazwischen, Senkung und Geburtsbeginn fallen zusammen.

Einen besseren Anhaltspunkt gibt dir der errechnete Termin, mit Spielraum. Laut familienplanung.de kommen rund 90 Prozent der Kinder in den zwei Wochen vor oder nach dem errechneten Termin zur Welt. Genau am errechneten Tag sind es laut gesund.bund.de nur etwa 4 Prozent.

Senkwehen zeigen dir also, dass sich dein Körper vorbereitet. Dass es losgeht, erkennst du an anderen Geburtsanzeichen, vor allem an regelmäßigen Wehen und am Blasensprung. Auch der Abgang des Schleimpfropfs kann ein erstes Anzeichen sein. Er kann laut gesund.bund.de aber schon einige Tage vor der Geburt passieren.

Was dir in dieser Zeit guttut

Solange die Wehen unregelmäßig und eher leicht sind, ist es laut familienplanung.de sinnvoll, zu Hause zu bleiben und dich abzulenken. Atemübungen, ein warmes Bad oder eine Massage können das Ziehen lindern. Lassen die Wehen wieder nach, leg dich hin und versuch zu ruhen oder zu schlafen. So sammelst du Kraft für später. Ruhige Stunden kannst du auch nutzen, um die Kliniktasche fertig zu packen.

Wenn du wissen willst, ob aus dem Ziehen ein Muster wird, miss eine Stunde lang mit. Das geht mit dem kostenlosen Online-Wehen-Timer oder auf Papier in der Wehentabelle. Bleiben die Abstände unregelmäßig, kannst du dich wieder entspannen.

Wann es Zeit für die Klinik ist

Laut gesund.bund.de meldest du dich bei Hebamme oder Klinik, wenn regelmäßige Wehen im Abstand von 5 bis 10 Minuten kommen. Dasselbe gilt, wenn die Fruchtblase platzt. familienplanung.de nennt als Faustregel fürs erste Kind Wehen, die etwa eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen. Jede dauert ungefähr eine Minute. Ab dem zweiten Kind ist es demnach Zeit, wenn die Wehen regelmäßig alle zehn Minuten kommen. Wie du das vorher mit deiner Klinik absprichst, steht unter Wann ins Krankenhaus?

Sofort anrufen, egal wie die Wehen gerade sind

Bei diesen Zeichen wartest du auf kein Wehenmuster und rufst sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, auch nachts. Die Liste folgt dem britischen Gesundheitsdienst NHS und der US-Fachgesellschaft ACOG.

  • Die Fruchtblase ist gesprungen, auch wenn du noch keine Wehen hast.
  • Das Fruchtwasser ist verfärbt oder riecht unangenehm.
  • Du blutest aus der Scheide. Etwas Blut im Schleimpfropf kann dazugehören, bei mehr Blut rufst du an.
  • Dein Baby bewegt sich weniger als sonst.
  • Du hast dauerhafte, starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen.
  • Du hast Fieber, also 38 °C oder mehr.
  • Du bist noch keine 37 Wochen schwanger (vor 37+0) und glaubst, dass die Geburt beginnt.
  • Eine Wehe dauert länger als zwei Minuten, oder du hast sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten.
  • Du bist unsicher oder machst dir Sorgen. Auch dann darfst du jederzeit anrufen.

Wähl den Notruf 112, wenn du einen starken Pressdrang hast und glaubst, dass dein Baby jetzt kommt.

Quellen dieser Liste: NHS: Signs that labour has begun (2023); NHS: Pregnancy symptoms you need to get help for; ACOG: How to tell when labor begins

Häufige Fragen

Wie lange dauert es von den Senkwehen bis zur Geburt?

Das lässt sich nicht genau vorhersagen. Laut familienplanung.de haben die meisten Frauen Senkwehen ungefähr vier bis fünf Wochen vor der Geburt. Bei einer weiteren Schwangerschaft senkt sich das Baby laut NHS Wales manchmal erst mit Beginn der Geburt. Laut familienplanung.de kommen rund 90 Prozent der Kinder in den zwei Wochen vor oder nach dem errechneten Termin zur Welt.

In welcher SSW fangen Senkwehen an?

Meist gegen Ende der 36. Schwangerschaftswoche, so beschreibt es familienplanung.de. gesund.bund.de spricht von den letzten vier Wochen der Schwangerschaft. Kommen schon vor dem Ende der 37. Woche regelmäßige oder häufige Wehen, lass das bitte ärztlich abklären.

Wie merkt man, dass man Senkwehen hat?

Der Bauch wird für kurze Zeit hart, es zieht im unteren Rücken oder Unterleib, und du spürst Druck nach unten. Danach fällt dir vielleicht auf, dass der Bauch tiefer sitzt, das Atmen leichter fällt und die Blase stärker drückt. Die Wehen selbst bleiben unregelmäßig und kurz.

Sind Senkwehen schmerzhaft?

Die Angaben gehen auseinander. familienplanung.de beschreibt Senkwehen als meist verhältnismäßig schmerzlos, laut AOK vergleichen viele Frauen sie mit starken Regelschmerzen. Werden die Schmerzen stark, kommen die Wehen regelmäßig oder lassen sie über längere Zeit nicht nach, ruf in deiner Klinik oder bei deiner Hebamme an.

Hat man beim zweiten Kind auch Senkwehen?

Auch beim zweiten Kind rutscht das Baby vor der Geburt tiefer ins Becken. Laut NHS Wales kann es bei einer weiteren Schwangerschaft aber sein, dass es sich erst mit Beginn der Geburt senkt. Dann fallen Senkung und Geburtsbeginn zusammen.

Quellen

  1. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Lexikon: Senkwehen
  2. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): 33. bis 36. Schwangerschaftswoche (2024)
  3. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): 37. bis 40. Schwangerschaftswoche (2024)
  4. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Wie fühlen sich Wehen an? (2023)
  5. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Wenn das Baby auf sich warten lässt
  6. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Vorzeitige Wehen in der Schwangerschaft (2025)
  7. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit, geprüft vom Deutschen Hebammenverband): Die Geburt: Was auf Gebärende zukommt (2025)
  8. ACOG: How to Tell When Labor Begins, FAQ004 (reviewed 2025)
  9. NHS Wales (111 Wales): Pregnancy guide, 37 to 40 weeks (2023)
  10. AOK: Wehen: Wie sie sich anfühlen und welche Wehenarten es gibt (2026)

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Im Zweifel ruf bitte immer deine Klinik oder Hebamme an, im Notfall die 112.

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