Anzeichen

Geburtsanzeichen: Woran du merkst, dass es bald losgeht

Kurz gesagt

Tage bis Wochen vor der Geburt kann sich der Bauch senken. Auch Vorwehen, Rückenschmerzen, häufiger Stuhldrang oder der Abgang des Schleimpfropfs sind möglich. Den genauen Tag verrät keines dieser Zeichen. Dass die Geburt beginnt oder unmittelbar bevorsteht, zeigen regelmäßige Wehen, die häufiger, länger und stärker werden, oder ein Blasensprung. Nach einem Blasensprung meldest du dich immer bei Hebamme oder Klinik. Bei Wehen ist es laut gesund.bund.de so weit, wenn sie regelmäßig alle 5 bis 10 Minuten kommen.

Inhalt
  1. Wann geht die Geburt los?
  2. Vorboten: Geburtsanzeichen Tage bis Wochen vorher
  3. Anzeichen, dass die Geburt beginnt
  4. Gibt es Anzeichen, dass die Geburt in 24 Stunden beginnt?
  5. Wann solltest du in die Klinik fahren?

In den letzten Wochen horchst du wahrscheinlich bei jedem Ziehen in dich hinein und fragst dich, ob es das jetzt war. Eine Geburt kündigt sich oft schon Tage vorher an, doch wann genau es losgeht, lässt sich schwer vorhersagen. Es hilft, zwei Arten von Zeichen zu unterscheiden. Vorboten zeigen, dass sich dein Körper vorbereitet. Andere Zeichen zeigen, dass die Geburt begonnen hat.

Typische Vorboten sind ein tiefer sitzender Bauch, Vorwehen, Rückenschmerzen, häufiger Stuhldrang und der Abgang des Schleimpfropfs. Dass die Geburt beginnt oder unmittelbar bevorsteht, zeigen dagegen regelmäßige Wehen, die häufiger, länger und stärker werden, oder ein Blasensprung.

Wann geht die Geburt los?

Eine Schwangerschaft dauert laut familienplanung.de im Allgemeinen zwischen 37 und 42 Wochen. Der errechnete Termin ist nur ein Richtwert. Laut gesund.bund.de kommen die meisten Kinder in den 14 Tagen vor oder nach diesem Termin zur Welt. Nur etwa 4 Prozent kommen genau an diesem Tag.

Was die Geburt auslöst, ist noch nicht genau geklärt. Vermutlich wirken viele Botenstoffe zusammen, die von Mutter, Kind und Plazenta gebildet werden. Nach familienplanung.de gibt das Kind selbst den Startschuss, indem es Signale sendet, dass es reif für die Geburt ist. Wann es so weit ist, kann dir auch keiner der folgenden Vorboten genau sagen.

Infografik

Von den ersten Vorboten bis zum Anruf

  1. Tage bis Wochen vorher

    Mögliche Vorboten

    • der Bauch senkt sich
    • Vorwehen
    • Rückenschmerzen oder häufiger Stuhldrang
    • der Schleimpfropf geht ab
  2. Die Geburt beginnt

    Deutliche Zeichen

    • regelmäßige Wehen, die häufiger, länger und stärker werden
    • ein Blasensprung
  3. Jetzt melden

    Hebamme oder Klinik anrufen

    • nach einem Blasensprung immer
    • bei Wehen, die regelmäßig alle 5 bis 10 Minuten kommen (gesund.bund.de)
Zusammengefasst aus dem Text. Den genauen Tag der Geburt verrät keines der frühen Zeichen.

Vorboten: Geburtsanzeichen Tage bis Wochen vorher

Viele Frauen bemerken einige dieser Vorboten in den letzten Tagen und Wochen. Nicht alle müssen auftreten, und jede Frau nimmt sie anders wahr.

Der Bauch senkt sich

Laut gesund.bund.de können in den letzten vier Wochen der Schwangerschaft Senkwehen auftreten, die den Kopf des Kindes ins Becken drücken. Danach wirkt der Bauch tiefer, der Druck auf Magen und Zwerchfell lässt nach, und das Atmen fällt leichter. Dafür drückt das Kind stärker auf die Blase, und viele Frauen müssen öfter zur Toilette.

Laut der US-Fachgesellschaft der Frauenärztinnen und Frauenärzte (ACOG) kann sich das Kind einige Wochen bis wenige Stunden vor dem Geburtsbeginn senken. Beim ersten Kind passiert es laut NHS Wales oft um die 37. Woche. Bei weiteren Kindern senkt sich das Baby manchmal erst, wenn die Wehen beginnen.

Vorwehen und Rückenschmerzen

Vorwehen machen den Muttermund langsam bereit für die Geburt. Sie sind unregelmäßig, eher kurz und so leicht, dass du dich währenddessen noch unterhalten kannst. Viele Frauen empfinden sie ähnlich wie Regelschmerzen. Vorwehen können einige Stunden anhalten und dann wieder aufhören. Im Liegen oder im warmen Bad lassen sie nach.

Auch zunehmende Rückenschmerzen gehören zu den Vorboten, weil sich die Bänder im unteren Rücken lockern und für die Geburt dehnbarer werden. Wie du Übungswehen, Vorwehen und Geburtswehen auseinanderhältst, erklärt der Artikel zu Übungswehen.

Der Schleimpfropf geht ab

Während der Schwangerschaft verschließt ein Pfropf aus zähem Schleim den Muttermund. Löst er sich, kann das ein erstes Zeichen für eine bald beginnende Geburt sein. Es kann aber auch schon einige Tage vorher passieren, und in der Regel musst du deswegen nicht sofort in die Klinik. Dem Schleim kann etwas Blut beigemischt sein. Wie er aussieht und wann du doch anrufen solltest, steht im Artikel zum Schleimpfropf.

Durchfall, Unruhe und Übelkeit

Häufiger Stuhldrang oder leichter Durchfall sind in den letzten Tagen und Wochen vor der Geburt möglich. Der britische Gesundheitsdienst NHS erklärt den Drang damit, dass der Kopf des Babys auf den Darm drückt. Manche Frauen sind außerdem körperlich unruhig, schlafen schlecht, haben Übelkeit oder müssen sich übergeben.

Energieschub und Nestbautrieb

Viele Frauen erleben vor der Geburt eine Phase, in der sie sich energiegeladen und aktiv fühlen und sich auf die Ankunft des Babys vorbereiten. Manche spüren den Drang, jetzt noch alles fertig zu machen, etwa das Kinderzimmer. Ob dieser Nestbautrieb die Geburt verlässlich ankündigt, ist allerdings nicht belegt. Die US-Gesundheitsbibliothek MedlinePlus schreibt, dass es für diese Theorie keine wissenschaftliche Grundlage gibt, auch wenn viele Frauen den Drang kurz vor dem Geburtsbeginn spüren.

Anzeichen, dass die Geburt beginnt

Das Gesundheitsportal gesund.bund.de nennt zwei Zeichen, bei denen du deine Hebamme anrufen oder in die Klinik fahren solltest. Das sind regelmäßige Wehen und ein Blasensprung.

Geburtswehen öffnen den Muttermund. Sie kommen laut familienplanung.de regelmäßig etwa alle 5 bis 15 Minuten und dauern ungefähr eine Minute. Dabei sind sie so kräftig, dass du dich aufs Atmen konzentrieren musst. Mit der Zeit werden sie häufiger, länger und intensiver und strahlen oft in den unteren Rücken und den Schambereich aus. Vorwehen gehen dabei oft fließend in die ersten Geburtswehen über, deshalb lässt sich der Beginn nicht immer genau festmachen.

MerkmalVorwehenGeburtswehen
Rhythmusunregelmäßigregelmäßig, die Abstände werden kürzer
Dauereher kurzetwa eine Minute
Stärkeleicht, du kannst dabei redenso kräftig, dass du dich aufs Atmen konzentrierst
Im Liegen oder im warmen Badlassen nachhalten an oder werden stärker
Wo es wehtutähnlich wie Regelschmerzen, oft Richtung Leisteoft im Kreuz, strahlt in Rücken und Schambereich aus
Verlaufhören nach einiger Zeit wieder aufwerden häufiger, länger und stärker

Ob deine Wehen regelmäßiger werden, erkennst du leichter, wenn du sie eine Weile aufzeichnest. Das geht auf Papier mit der Wehentabelle oder mit dem kostenlosen Online-Wehen-Timer. Wie die App daraus Abstand und Dauer berechnet und deine Regel prüft, steht unter So rechnet die App. Wie du beim Messen vorgehst, erklärt der Artikel Wehen messen.

Beim Blasensprung geht Fruchtwasser ab, als Schwall oder tröpfchenweise. Das kann vor den ersten Wehen passieren oder erst währenddessen. Fruchtwasser ist klar und flüssig und riecht neutral bis leicht süßlich. Anders als Urin kannst du es nicht zurückhalten, indem du den Beckenboden anspannst. Nach einem Blasensprung meldest du dich immer bei Hebamme oder Klinik, auch wenn noch keine Wehen da sind.

Ob du dich für die Fahrt in die Klinik hinlegen solltest, sehen die Quellen unterschiedlich. Laut familienplanung.de ist ein liegender Transport in aller Regel nicht nötig, das Österreichische Hebammengremium nennt die Frage umstritten. Am besten klärst du das schon vorher mit deiner Hebamme. Mehr dazu steht im Artikel zum Blasensprung.

Gibt es Anzeichen, dass die Geburt in 24 Stunden beginnt?

Ein verlässliches Zeichen dafür gibt es nicht. Am nächsten kommt der Blasensprung. Laut NHS setzen die Wehen danach üblicherweise innerhalb von 24 Stunden ein. Beginnen sie nicht, bespricht das Klinikteam mit dir, ob und wann eine Einleitung sinnvoll ist, denn ohne Fruchtwasser steigt das Infektionsrisiko für das Baby etwas.

Die übrigen Vorboten können Tage oder Wochen vorher auftreten. Der Schleimpfropf kann sich einige Tage vor der Geburt lösen, und Vorwehen können kommen und wieder gehen. Auch wie du dich in den Tagen vor der Geburt fühlst, ist sehr unterschiedlich: Manche Frauen sind voller Energie, andere unruhig oder schlaflos.

Wann solltest du in die Klinik fahren?

Für Wehen gibt es mehrere Faustregeln, und sie unterscheiden sich etwas:

  • Laut familienplanung.de ist es beim ersten Kind Zeit, wenn die Wehen etwa eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen. Sie dauern dann ungefähr eine Minute, und du kannst dich währenddessen nicht mehr ablenken. Ab dem zweiten Kind ist es so weit, wenn sie regelmäßig alle zehn Minuten kommen.
  • Das Portal gesund.bund.de nennt regelmäßige Wehen im Abstand von 5 bis 10 Minuten.
  • Das Österreichische Hebammengremium nennt Wehen alle 5 bis 7 Minuten, die stärker werden. Jede dauert mindestens 30 bis 60 Sekunden.

Die Regel von familienplanung.de für das erste Kind entspricht der 5-1-1-Regel. Gemeint sind Wehen etwa alle 5 Minuten, rund 1 Minute lang, über etwa 1 Stunde. Wohnst du weit von der Klinik entfernt, plane mehr Zeit ein. Richte dich nach dem, was deine Klinik oder Hebamme dir für deine Situation rät. Was du für die Klinik einpackst, steht in der Checkliste zur Kliniktasche.

Sofort anrufen, egal wie die Wehen gerade sind

Bei diesen Zeichen wartest du auf kein Wehenmuster und rufst sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, auch nachts. Die Liste folgt dem britischen Gesundheitsdienst NHS und der US-Fachgesellschaft ACOG.

  • Die Fruchtblase ist gesprungen, auch wenn du noch keine Wehen hast.
  • Das Fruchtwasser ist verfärbt oder riecht unangenehm.
  • Du blutest aus der Scheide. Etwas Blut im Schleimpfropf kann dazugehören, bei mehr Blut rufst du an.
  • Dein Baby bewegt sich weniger als sonst.
  • Du hast dauerhafte, starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen.
  • Du hast Fieber, also 38 °C oder mehr.
  • Du bist noch keine 37 Wochen schwanger (vor 37+0) und glaubst, dass die Geburt beginnt.
  • Eine Wehe dauert länger als zwei Minuten, oder du hast sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten.
  • Du bist unsicher oder machst dir Sorgen. Auch dann darfst du jederzeit anrufen.

Wähl den Notruf 112, wenn du einen starken Pressdrang hast und glaubst, dass dein Baby jetzt kommt.

Quellen dieser Liste: NHS: Signs that labour has begun (2023); NHS: Pregnancy symptoms you need to get help for; ACOG: How to tell when labor begins

Häufige Fragen

Welche Anzeichen deuten auf die Geburt hin?

Vorboten in den Tagen und Wochen davor sind ein tiefer sitzender Bauch, Vorwehen, Rückenschmerzen, häufiger Stuhldrang und der Abgang des Schleimpfropfs. Dass die Geburt beginnt oder unmittelbar bevorsteht, zeigen regelmäßige Wehen, die häufiger, länger und stärker werden, oder ein Blasensprung. Nicht jede Frau bemerkt alle Zeichen.

Welche Anzeichen gibt es ein paar Tage vor der Geburt?

Laut dem österreichischen Gesundheitsportal bemerken viele Frauen in den letzten Tagen und Wochen Unruhe, Schlaflosigkeit, Übelkeit, verstärkten Harndrang, häufigen Stuhldrang oder Rückenschmerzen. Manche fühlen sich auch besonders energiegeladen. Den genauen Tag der Geburt verrät keines dieser Zeichen.

Ist Durchfall vor der Geburt normal?

Häufiger Stuhldrang und leichter Durchfall gehören zu den möglichen Vorboten der Geburt. Der britische Gesundheitsdienst NHS erklärt den Drang damit, dass der Kopf des Babys auf den Darm drückt. Hast du dazu starke Schmerzen, die nicht nachlassen, ruf deine Hebamme oder den Kreißsaal an.

Wie merke ich, dass es echte Wehen sind?

Geburtswehen kommen regelmäßig, die Abstände werden kürzer, und sie werden länger und stärker; oft spürst du sie auch im Kreuz. Ein warmes Bad kann beim Unterscheiden helfen, denn Übungs- und Vorwehen lassen darin typischerweise nach, während Geburtswehen anhalten oder stärker werden. Im Zweifel zeichne die Wehen eine Weile auf und ruf an.

Wie entscheidet der Körper, wann die Geburt losgeht?

Das ist noch nicht genau geklärt. Vermutlich wirken viele Botenstoffe zusammen, die von Mutter, Kind und Plazenta gebildet werden. Nach familienplanung.de sendet das Kind Signale, wenn es reif und bereit für die Geburt ist.

Kann man spüren, dass die Geburt in 24 Stunden losgeht?

Ein verlässliches Zeichen dafür gibt es nicht. Am ehesten kündigt ein Blasensprung den Beginn an. Laut NHS setzen die Wehen danach üblicherweise innerhalb von 24 Stunden ein. Nach einem Blasensprung ruf in jedem Fall deine Hebamme oder die Klinik an.

Quellen

  1. familienplanung.de (BIÖG): Wie verläuft eine Geburt? (2024)
  2. gesund.bund.de, geprüft vom Deutschen Hebammenverband: Die Geburt: Was auf Gebärende zukommt (2025)
  3. Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at): Geburt eines Kindes, Infos zum Geburtsablauf (2025)
  4. Österreichisches Hebammengremium: Wehen: Geht's jetzt los? (2024)
  5. NHS: Signs that labour has begun (2023)
  6. NHS Wales (111 Wales): Pregnancy guide, 37 to 40 weeks (2023)
  7. ACOG: How to Tell When Labor Begins, FAQ004 (reviewed 2025)
  8. MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine): Am I in labor? (2026)

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Im Zweifel ruf bitte immer deine Klinik oder Hebamme an, im Notfall die 112.

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